Als meistbesuchte Stadt auf der Südhalbkugel wirkt Rio de Janeiro aufgrund seiner Strände und des Karnevals möglicherweise auf den ersten Blick eher wie ein Touristenziel als ein aufstrebender Wirtschafts- und Technologiestandort. Allerdings dürfte es aufgrund der reichen Geschichte und des vielfältigen Wirtschaftssektors kaum überraschen, dass die Stadt nach São Paulo das zweithöchste BIP des Landes aufweist.

Rio de Janeiro war mehr als 300 Jahre lang die Hauptstadt Brasiliens und verfügt über einen sehr vielfältigen und starken Wirtschaftssektor. Viele private, nationale, multinationale und staatliche Unternehmen haben bis heute ihren Sitz in der Stadt, auch wenn sich einige derer Fabriken in anderen Städten bzw. Bundesstaaten befinden. Aus diesem Grund gibt es eine Vielzahl an Arbeitsplätzen in der Schwer- und der Leichtindustrie, unter anderem in der Fertigung, im Handel, im Finanzwesen und in anderen Dienstleistungssektoren.

In der Umgebung sind darüber hinaus viele Universitäten und Institute angesiedelt. Mit einem Anteil von über 17 % an den wissenschaftlichen Leistungen des Landes ist die Stadt heute das zweitgrößte Zentrum für Forschung und Entwicklung Brasiliens. Dies mag einen Beitrag dazu geleistet haben, dass sich die Stadt kürzlich zu einem wichtigen Knotenpunkt für Dienstleistungen und neue Unternehmen entwickelt hat. In Rio de Janeiro sind sogar führende, große Telekommunikationsunternehmen wie Intelig, Oi und Embratel angesiedelt.

Durch die Teilnahme an dem Entwicklungskonzept „Smart City“ von IBM hat die Stadt kürzlich einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Dieses Modell zielt darauf ab, mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien die wirtschaftliche Effizienz zu steigern und somit möglicherweise eine bedeutende Weiterentwicklung der Stadt zu erreichen. Dies ist ein klarer Beweis für das Bestreben der Stadt, sich als führender Standort der Region zur Entwicklung von Technologien, Start-ups und Infrastruktur zu positionieren.